Zeitungen und Presse im Nationalsozialismus

Die Zeitungen im Nationalsozialismus waren gezeichnet von Propaganda und „Fake News“. Als historische Dokumente können wir aber heute aus ihnen Lehren ziehen. Warum wir manche dieser Zeitungen auch hier verkaufen. Die Zeitungen im Nationalsozialismus waren ein selbstverständlicher Teil des Regimes, oppositionelle Presse wurde nicht geduldet. Neben “Stürmer” und anderen Parteiblättern der NSDAP säumten jedoch vor allem traditionsreiche, nun aber genauso gleichgeschaltete Tageszeitungen wie die Kölnische Zeitung die Wohnzimmer Hitler-Deutschlands. In Sachen Kriegspropaganda und Polemik waren diese Zeitungen jedoch nicht weniger extrem in der Sache. Die Berliner Illustrirte Zeitung im Nationalsozialismus Seit jeher erfreute sich dabei auch die Berliner Illustrirte Zeitung (BIZ) großer Beliebtheit. Die Popularität dieser Zeitung nahm auch im Nationalsozialismus zunächst nicht ab und wurde unter den Nazis für deren Zwecke genutzt. Im Krieg heroisierte die Zeitung deutsche Soldaten und zeichnete ein fast malerisches Bild vom Krieg an der Ostfront. Es sind vor allem diese Zeitungen, die einen historischen und kritischen Blick auf Presse und Zeitung im Nationalsozialismus ermöglichen. Abseits der Parteiblätter der NSDAP bestand die Zielgruppe dieser Zeitungen eben nicht nur aus den fanatischen Anhängern des Nationalsozialismus. Die eigene Ideologie wurde nicht einfach bestätigt, sondern vielmehr mussten auch weniger überzeugte Deutsche von der Propaganda erfasst und manipuliert werden.  Wer dagegen den politischen Alltag Nazi-Deutschlands heute akribischer studieren möchte, findet dabei jedoch vor allem im Reichsanzeiger historisch bedeutende Literatur. Hier wurden neben Agenturmeldungen und Verwaltungsverordnungen auch Ausbürgerungslisten veröffentlicht. Für dieses Ziel wurden auch “Fake News” im heutigen Sinne eingesetzt: Auf einer Titelseite der BIZ verkündete die Zeitung pathetisch den Einklang von “Volk und Führer” für ein “Großdeutschland”. Jahrzehnte später, 1964, wird der Spiegel das Titelblatt von 1935 in anderer Form und damit die wahre Natur des Nazi-Regimes enthüllen: Hitler ist hier nicht ein vermeintlich großer Anführer, sondern der skrupellose und brutale Diktator (zu den Zeitungen der 60er Jahre hier).  In eigener Sache: warum wir diese Zeitungen verkaufen Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten fand die freie Presse in Deutschland ihr vorläufiges Ende. Zeitungen, die die NSDAP noch vor der Machtergreifung kritisiert haben, wurden häufig verboten. Andere wurden dagegen in die riesige Propagandamaschine der Nazis eingefügt, zum Teil leider unter dem Zutun von sympathisierenden Chefredakteuren und Verlegern. Diese Zeitungen sind voller Kriegsverherrlichungen, Menschenhass und dreisten Lügen. Für den aufmerksamen Leser von heute sind sie Lehrbeispiele faschistischer Propaganda. Im Presseantiquariat finden Sie diese Zeitungen zu genau diesem Zweck: Wir wollen aufklären über die menschenverachtende Propaganda des Nationalsozialismus. Der dafür aufmerksame Leser soll anhand der historischen Dokumente lernen können, wie die Nazis ihren Hass und den Krieg an die Menschen dieser Zeit verkauften und am besten gleich erkennen, wie noch heute extremistische und autoritäre Kräfte mit diesen Methoden arbeiten. Deshalb verkaufen wir, in Einklang mit § 86 Abs. 4 StGB, diese Zeitschriften nur zu dem Zwecke der Aufklärung über die Schrecken des Nationalsozialismus. Wie Zeitungen nach dem Krieg den Nationalsozialismus aufarbeiteten Die mediale Aufarbeitung mit dem Nationalsozialismus hat einen genauso hohen Stellenwert wie die unmittelbare Beschäftigung mit den Zeitungen der Nazizeit. Nachdem die Deutschen jahrelang nur Propaganda aus ihren Zeitungen kannten, war Aufklärung durch die Presse nach dem Krieg umso wichtiger. Dabei nahm Der Spiegel häufig eine besondere Rolle ein, indem sie wiederholt die Person und das Leben Hitlers, den “Terroristen des Jahrhunderts”, sezierte und so sein von der Nazi-Propaganda gezeichnetes Bild korrigierten. Es lässt sich dabei für den Geschichtsinteressierten ein spannendes historisches Bild Adolf Hitlers nachvollziehen. Seit Gründung des Spiegels im Jahr 1946 widmete sich die Zeitung immer wieder dem nationalsozialistischen Diktator. Dabei wurden auch Seiten Hitlers beleuchtet, die unter dem Hakenkreuz konsequent verschwiegen wurden, zum Beispiel die Abstammung Hitlers, die eher weniger dem nationalsozialistischen Menschenbild entsprach. Ein Umstand, der auch Hitler bekannt war. Der Spiegel erwähnt dabei in einem Artikel vom 24.7.1967 ein Gespräch Hitlers mit einem Verwandten: „‚Diese Leute dürfen nicht wissen, wer ich bin‘, belehrte Adolf Hitler einst seinen Neffen William Patrick Hitler: ‚Sie dürfen nicht wissen, woher ich komme und aus welcher Familie ich stamme.’“ Wo Sie unsere Zeitungen finden Zeitungsexemplare des Spiegel aus dem Hause des Presseantiquariats finden sich auch in einer aktuellen Daueraustellungusstellung des Jüdischen Museums in Berlin. Als häufiger Partner von Museen und Forschungseinrichtungen wollen wir deshalb auch einen zusätzlichen Beitrag zur Aufklärung leisten, indem wir diese historischen Dokumente anbieten und somit einen Blick in die Vergangenheit ermöglichen. Dabei ist natürlich klar, dass mit einem Blick in die Zeitung alleine die staatsbürgerliche Aufklärung noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Besuch von Museen und Gedenkstätten bleibt ebenso unerlässlich wie die politische Bildung in Schulen, Universitäten oder durch Medien. Wer jedoch darüber hinaus in Eigenregie mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen möchte oder geschichtsinteressierten Freunden und Verwandten diese Chance geben will, kann auf gut erhaltene Exemplare aus dem Presseantiquariat bauen!

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